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Adventsandacht - Heimsuchung Mariä
Heimsuchung Mariae - Andacht Altenheime in Blaubeuren am 7. und 8.12.2007 Vorspiel Begrüßung: WS: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, Sach 9,9 Lied: EG 1,1-3 Macht hoch die Tür Psalm 24 Lied: Wie soll ich dich, EG 11,1-3 Wie soll ich dich empfangen? Wie bereite ich mich auf Weihnachten und die Ankunft von Jesus vor? Eine Antwort auf Holz gemalt ist beim Hochaltar im Kloster hier in Blaubeuren zu finden. Diese Szene, die ich Ihnen auch mitgebracht habe, ist nur wenige Tage im Jahr zu sehen! Denn normalerweise kennen sie den Hochaltar so wie er am prächtigsten geschnitzt und in Gold zu sehen ist. Aufgeklappt und da ist dann schon Weihnachten! Von vorne gesehen links: die Geburt, rechts die Anbetung der Könige. Doch was kommt vorher? Interessanterweise ist das Retabel wandelbar. Und klappt man die ersten Flügel um erscheinen ganz andere Gestalten als der Stall mit dem Kindlein, nicht geschnitzt, einfach auf Holz gemalt, nicht in Gold, sondern im Grundton rot, wahrscheinlich von Bernhard Strigel. Gold ist im Hochaltar immer ein Hinweis auf die Ewigkeit. Rot ist ein Hinweis auf das Martyrium, auf Leiden. Was erscheint hat mit Advent, aber auch mit Martyrium zu tun – Viele werden es wissen: es erscheint die Lebensgeschichte des Johannes des Täufers. Der Vorläufer, der für Jesus eine wichtige Rolle spielte, immerhin hat Johannes Jesus im Jordan getauft. Johannes ist der erste, der erkennt, wer Jesus von Nazareth wirklich ist. Die Evangelien beschreiben dies bildhaft: „Er sah, wie der Geist Gottes sich wie ein Taube auf Jesus niederkam“. Doch eigentlich erkennt Johannes mit dem „Bauch“ Jesus als den Christus schon viel, viel früher. Mit dem Bauch, genauer im Bauch seiner Mutter Elisabeth. Diese adventliche Begegnung ist am Hochaltar abgebildet. Aber bevor wir dazu kommen zuerst die erste Szene des Johanneszyklus: 1. Bild – Verkündigung an Zacharias Johannes ist dermaßen wichtig als der, der auf Jesus hinweist und seit er ihn erkennt sich mehr und mehr zurücknehmen kann: „Er muss wachsen, ich aber abnehmen“ Er ist als Adventshinweisender so wichtig, dass seine ganze Lebensgeschichte in 16 Tafeln sozusagen als Vorausgeschichte abgebildet wird. Johannes ist derart wichtig, dass sowohl sein Geburtstag: 24. Juni, Johannistag als auch sein Todestag am 29.8. zumindest früher und vor allem hier im Kloster gefeiert wurde. Johannes ist der Hauptpatron des Blaubeurer Klosters! Die erstaunliche Parallelität äußert sich schon in der Ankündigung seiner Geburt. Auch ein Engel ist es, der dem altehrwürdigen Zacharias, dem berühmten Hohepriester am Tempel in Jerusalem ankündigt, dass er und seine ebenfalls betagte und für unfruchtbar geltende Frau Elisabeth doch noch einen Sohn bekommen werden. Zacharias ist mitten drin im gottesdienstlichen Geschäft, kniend mit Weihrauchkessel als ihm der Engel, wohl Gabriel verkündet: „Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört“ Zacharias ist sprachlos – und bleibt dies auch im wahrsten Sinne des Wortes – bis zur Geburt des Johannes. 2. Heimsuchung Mariae Gleich wie dem Zacharias, so wird auch Maria die Geburt eines Sohnes vom Engel angekündigt. Noch viel unwahrscheinlicher und – wer kann es ihr verdenken – Maria, das junge und einfache Mädel ist verwirrt, entsetzt, hilflos. Was geschieht da? Was wird mir da plötzlich für eine Rolle zugemutet? Jetzt soll ich eine so zentrale Rolle in Gottes Heilsplan innehaben? Ist das nicht nur Anmaßung, Halluzination, Allmachtsgelüst eines jungen Geistes? In ihrer Not macht sie sich auf den Weg, einen verschlungenen langen Weg! Im äußeren wie im inneren Sinne. Auf dem Bild sehen sie diesen steinigen Weg: „Maria aber machte sich in diesen Tagen auf und ging eilig in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.“ (Lk 1,39f). Hinauf ins Gebirge, eine weite Strecke von Nazareth, hinauf ins Bergland, wahrscheinlich nach Jerusalem oder in die Nähe davon. Ein weiter Weg, von dem wir nichts erfahren. Ein Weg, auf und an dem Maria wächst. Ein Weg, auf die Geburt Jesu hin. Eine Art Pilgerfahrt. Eine Reise in die Ferne. Aber vor allem eine Reise nach innen. Eine Reise zur Erkenntnis einer großen Wahrheit und Verantwortung. Doch sicher ist sie noch immer verunsichert, in dem Moment als sie ihre ältere honorige Cousine Elisabeth trifft. Dieser Moment ist wunderbar dargestellt. Maria links, wunderschön gemalt, blickt gleichermaßen anmutig und verschämt nach unten. Was wird nur die Frau des Priesters Zacharias über ihre Schwangerschaft sagen. Gleichzeitig fasst sie aber mit beiden Händen, beinahe wie eine Ertrinkende die dargereichte Rechte der Elisabeth. Was für ein Bild, diese beiden so unterschiedlichen Frauen: Elisabeth, der Erzählung nach reifere Frau, Maria blutjung. Elisabeth, die verheiratete Frau, nach Mittelaltersitte das Kopftuch um das Kinn gelegt – Maria unverheiratet, darum das Tuch nur lose, das blonde Haar fein umspielend über die Schulter gelegt. Elisabeth die Honorige, in Goldbrokat gekleidete Frau – das Rot, der Hinweis auf das Martyrium des Johannes – Maria – im schlichten dunklen blau – Blau: die Farbe des Glaubens – sie kommt an, kommt zum Glauben, denn Elisabeth reicht ihr die Hand, lässt sie nicht fallen, wie das gerne gemacht wird, wenn jemand sich nicht den Moralvorstellungen entsprechen verhalten hat. Der Moment strahlt Geborgenheit aus, Maria ist angekommen. Vor allem wohl nach den visionären Worten, die der Geist der Elisabeth eingibt: „Gepriesen seist du unter den Frauen, und gepriesen das Kind in deinem Leibe! Wie kommt es mir zu, dass die Mutter meines Herrn mich besucht? Denn siehe, als ich die Worte deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Selig ist die, die geglaubt hat!“ (Lk 1,45). Nun ist Maria gänzlich angekommen, aufgenommen von Elisabeth und angekommen bei sich, weil sie nun ihre Rolle, die ihr zugedacht ist, übernimmt. Sie hat auf ihrem Weg hinauf nach Jerusalem, durch den Advent ihren Platz im Leben gefunden und aus ihr spricht nun eine, die verwandelt worden ist. Die geschnitzten Ranken über dem Bild sind vergoldet, in der Symbolik des Spätmittelalter heißt das, über diesem Moment leuchtet ein Moment der Ewigkeit. Dieser Ewigkeit streckt sich Maria nun entgegen, sie lebt von nun an adventlich! In großer Freude und Kraft, in Sehnsucht und Stärke mit einer Hoffnung für diese Welt, die sich nicht zufrieden gibt mit dem, wie sie jetzt ist. Die Worte, die Maria nun spricht, das Magnificat, habe ich Ihnen ja schon in der Laterne ans Herz gelegt. Diese Worte sollen diese Adventsandacht abschließen: Magnificat: Lk 1,46-55 46 Marias Lobgesang Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, Gebet: Wartende sind wir, Tag um Tag. Es wartet ein jeder, worauf er mag: auf Freude , auf Frieden, auf Geld. Doch wer auf den Heiland der Welt? Suchende sind wir, in Dunkel und Licht. Es suchet ein jeder, was ihm gebricht: die Schönheit, di Liebe, die Macht. Doch wer hat an Christus gedacht? Wecke das Sehnen nach deinen Zeichen, lass deine Liebe die Welt erreichen, jetzt im Advent. Öffne die Herzen von Sündern und Frommen, erfülle den Erdkreis mit deinem Kommen, jetzt im Advent Hermann Stern, EG S.989 Abendmahl Beichte – Absolution – Einsetzungsworte - Austeilung Lied: Wie soll ich dich empfangen Vaterunser Segen Nachspiel

 
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